Substantivische Komposita als wichtiges Wortbildungsmerkmal der deutschen Gesetztestexte des Sachgebiets Strafrecht

Borislav Marusic, Croatia, ID LLCE2016-333;      Substantivische Komposita stellen ein Wortbildungsmodell dar, das sich durch die Verknüpfung zwei oder mehrerer selbstständig vorkommender Lexeme auszeichnet. Dieses Wortbildungsmodell ist in der deutschen Gegenwartssprache häufig vertreten, womit eine der frequentesten Attribuierungsarten des Nomens ermöglicht wird. Der vorliegende Beitrag hat zum Ziel, dieses Wortbildungsmodell in deutschen Gesetzestexten des Sachgebiets Strafrecht zu analysieren. Zum dichten Ausdruck bedient sich die Rechtssprache der Nominalgruppe mit darin beinhalteten Attributen. Das Korpus für den Beitrag wurde zwei Gesetzestexten des  Sachgebiets Strafrecht entnommen. Wir gehen von der Hypothese aus, dass dieses Wortbildungsmodell stark vertreten ist und die häufigste Attribuierungsart im Vorfeld des Nomens in dieser Varietät der deutschen Rechtssprache darstellt. Die Ergebnisse dieser Untersuchung leisten ihren Beitrag zur Wortbildungslehre in der vorgenommenen Varietät der deutschen Rechtssprache und können als Ausgangspunkt für Untersuchungen in anderen Varietäten der deutschen Rechtssprache  fungieren. Damit tragen sie der Weiterbildung der Rechtslinguistiktheorie bei.  

Schlüsselwörter: Deutsche Gesetzestexte, Strafrecht, Nominalisierung, Wortbildung, substantivische Komposita

 

Abstract

Nominal compound words represent a word formation model, which is characterized by linking two or more independently occurring lexemes. This word formation model is often present in contemporary German language, by means of which one of the most frequent modification ways of the noun is made possible. The aim of this paper is to analyze this word formation model in German legal texts in the field of criminal law. The legal language makes use of the nominal group consisting of attributes for dense expression. The corpus for the paper was taken from two legal law texts of the subject area criminal law. We start from the hypothesis that this word formation model is strongly represented and is the most common modification way in front of the noun in this variety of German legal language. The results of this study contribute to word formation research in this variety of legal German and can act as a starting point for research work in other varieties of the legal German language. Thus, they contribute to the development of the legal linguistics theory.

Keywords: German law texts, criminal law, nominalization, word formation, nominal compound words